Hast du schon mal Danke zu einem Wasserhahn gesagt?
Den Alltag zelebrieren? Das klingt wie ein Gegensatz in sich. Jeden Tag benutzen wir so viele Dinge, wir stützen uns auf sie, ohne dass es uns bewusst ist. Uns ist vieles selbstverständlich geworden und ich glaube, das ist tödlich. Tödlich für den Lebenswillen und die Lebenskraft.
Wenn wir nichts wertschätzen können, wie wollen wir unser Leben dann wertschätzen?
Und doch scheint es das schwierigste überhaupt zu sein, etwas anders zu machen, das man immer so gemacht hat. Also wie?
So klein wie möglich: Danke sagen.
Danke, für das, was du in dem Moment wahrnimmst, was du hast. Und wenn es dir schwerfällt, das überhaupt zu spüren, dann fange an, es dir bewusst zu machen.
Wenn du etwas tust oder nutzt, jemanden triffst, frage dich: Was war alles nötig, damit das hier so in meinem Leben sein kann?
Allein warmes Wasser zu haben, direkt aus dem Hahn. Sauber. Du musst nicht zum Fluss gehen, schwer tragen, Feuer machen, das Wasser erhitzen. Du betätigst den Hebel und es fließt einfach heraus. Weil viele Menschen vor dir Zeit und Energie darein gesteckt haben. Weil es Metalle gibt, die so geformt werden können, dass sie Wasser in sich befördern können. Weil es auf unserer abgefahrenen Erde einfach Wasser in Flüssen, Seen, unterirdisch und vom Himmel fallend gibt. Das was uns am Leben hält, ohne das kein Leben möglich wäre, kommt einfach bei dir zu Hause in der passenden Temperatur aus der Wand.
Ich mache das tatsächlich, das ist kein Witz. Und ich fühle mich dadurch weiter und wärmer. Nicht immer aber immer wieder, wenn ich Wasser aus dem Hahn fließen lasse, erinnere ich mich. Ein Lächeln auf den Lippen und Dankbarkeit im Herzen erfüllen mich. Ich sage Danke! Eine kleine Zeremonie mitten im Alltag ist geboren.

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